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Bayerischer Anerkennungspreis für Coburger Designerin

Mit ihrem innovativen Holzspielzeug "Nini Amici" konnte Nina Renth die Jury beim Bayerischen Staatspreis für Nachwusdesigner überzeugen und gewinnt den mit 1.000 € dotierten Anerkennungspreis. Herzlichen Glückwunsch!

 

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Gamification im Einzelhandel gewinnt 1. Coburger Gründer:Pitch!

Im Rahmen des Gründertages "CO:Existenz - Der Tag für Gründer und Jungunternehmer im Coburger Land!" fand der 1. Coburger Gründer:Pitch statt, der auf Anhieb ein voller Erfolg wurde. Sechs Gründer aus dem Coburger Land präsentierten ihre innovativen Geschäfts- ideen einer Expertenjury und dem anwesenden Publikum. Von der Vermittlungsplattform für Schafe über einen individuell gestaltbaren Wand- flaschenöffner bis zur IT-Sicherheits-beratung wurden an diesem Abend interessante, kreative und neuartige Ideen vorgestellt, die das Potenzial der Coburger Gründerszene repräsentierten. Am meisten überzeugte die Jury und das Publikum die Idee des Gamifications im Einzelhandel von Markus Hülß. Mit der Idee die Prinzipien von Videospielen im Einzelhandel einzusetzen und somit Kundenbindung und Umsatz zu erhöhen, sahen die Anwesenden das größte Potenzial für die Zukunft.


Die Marke Bächlein - innovative Installationsprodukte aus Coburg

Innovationen für Haus und Garten bei allem, wo das Wasser fließt. Was mit einer ersten Idee zu neuartigen Produkten und einer verbesserten Vermarkung von Sanitärprodukten etc. begann, hat sich in den letzten Jahren zu einem florierenden und wachsenden Geschäft entwickelt. Die von Jan Carlsen in das Leben gerufene Marke Bächlein findet sich in diversen Handelsketten und Onlinemarktplätzen. Die hochwertigen und teilweise in Deutschland produzierten Produkte finden aus Coburg immer häufiger den Weg in die Häuser und Badezimmer Deutschlands. Erste Einblicke in die Entwicklung der Marke Bächlein gibt es für den interessierten Leser in den kommenden Zeilen. 

Herr Carlsen, wann haben Sie Ihr Unternehmen gegründet und worin lag hierfür Ihre Hauptmotivation?

 

Anfang 2018 bin ich gestartet - Bächlein entwickelt, produziert und verkauft innovative Installationsprodukte im Bereich Wasser rund um Haus & Garten. Ich sah hier Potential in einer Produktoptimierung als auch in der Vermarktung und im Vertrieb. Als Student an der Uni war ich damals unglücklich, die Art zu lernen passt einfach nicht so gut zu mir, sodass ich dann das Studium kurz vorm Schluss abgebrochen hab und ins Unternehmertum gestartet bin.

 

Wie verlief der Start und vor allem die zurückliegende Gründungsphase für Sie?

 

Soweit ich mich erinnern kann, durchweg sehr gut, auch wenn alles etwas länger gedauert hat als ursprünglich gedacht. Ich konnte bereits im ersten Monat meine Erwartungen übertreffen und war auf der Ebene Deckungsbeitrag profitabel. Ansonsten bin ich lange Zeit viel eigenes Risiko gefahren, habe alles verkauft was ich besessen habe, günstig gelebt und hatte so das Kapital für die Gründung der Firma zur Verfügung.

 

 

Worauf liegt bei Ihren Produkten der Fokus und was machst Sie damit „einmalig“?

 

Maximale Endkundenorientierung, Produktinnovationen im Bereich Wasser & Sanitär, bestmögliche Qualität für maximale Langlebigkeit bilden den Fokus des Unternehmens. Darüber hinaus ist das Markenbild “Bächlein” sowie die Produkte auf Nachhaltigkeit geprägt. Wir haben den Anspruch eher unkonventionelle Produkte interessant und ansprechend zu vermarkten.

 

Was sind die kommenden Meilensteine und Aufgaben?

 

Als nächster großer Schritt steht die Expansion & das Wachstum in Europa und die USA an (Bild). Dabei wird es auch eine Diversifikation der Produktpalette geben. Wir streben dazu nach der Optimierung des Unternehmens hinsichtlich ökologischer Faktoren und investieren aktuell viel Aufwand in die Finanzierung sowie den nachhaltigen Teamaufbau.

Die erste Produktpalette für das anstehende USA-Geschäft
Die erste Produktpalette für das anstehende USA-Geschäft

Angestelltenverhältnis und Unternehmertum. Kennen Sie beides? Was sind die Unterschiede?

 

Ich war nie in einem Angestelltenverhältnis tätig, habe aber als Selbständiger vorher Dienstleistungen erbracht. Viele Unternehmer sind eher Generalisten, als Angestellter ist man meistens eher Spezialist und kann einen Bereich / Bereiche so richtig gut und viel besser als der Unternehmer.

 

Ich selbst bin definitiv eher der Generalist!

 

Was war die bisher größte Herausforderung? Wie konnten Sie diese meistern?

 

Als Unternehmer begeht man Fehler und man hat Rückschläge zu verkraften. Der Umgang mit diesen Situationen lässt einen persönlich wachsen und reifen und hilft mir enorm für die Zukunft.

 

Finanzierung, Liquidität war bisher immer knapp, da die Waren vorfinanziert werden mussten und der Kapitalbedarf aufgrund der starken Nachfrage groß war, um den Warenfluss am Laufen zu halten. Das hat uns dazu veranlasst alle Prozesse radikal zu optimieren, um diesen Umständen gerecht zu werden. 

Würden Sie heute bei einer erneuten Gründung etwas anders machen?

 

Ich würde direkt als Kapitalgesellschaft starten um mir den Umfirmierungsprozess vom Einzelunternehmen in die GmbH zu ersparen. Außerdem ist es ratsam sich etwas früher Unterstützung ins Boot holen (Mitarbeiter) und ein sauberes IT-Setup und Struktursetup (Cloud) der Firma von Beginn an zu implementieren.

 

Was braucht ein erfolgreicher Gründer und was würden Sie anderen empfehlen?

 

 

Eine Vision und eine gute Portion Mut. Als Unternehmer erkennst du Potentiale, die man ggf. auch mit Problemen gleichsetzen kann, um sie dann zu lösen. Folgt eurem Gefühl und macht das was euch glücklich macht. Unternehmertum ist mega cool, aber nicht für jeden passend. Gute und motivierte Angestellte sind mindestens genauso toll! 

Sunshine & More - Die neue Art der Reiseberatung

Eine Existenzgründung an sich ist meist schon mit vielen Herausforderungen verbunden. Gründer im Bereich Tourismus haben es in der gegenwärtigen Situation aber besonders schwer. Ein eigenes Reisebüro zu eröffnen war jedoch schon lange der Wunsch von Kathrin Mandrysch und so nutzte sie den Umbruch in der Touristikbranche als Chance und eröffnete ihr mobiles Reisebüro Sunshine&more.

 

Im Interview berichtet die Gründerin wie sie mit viel Zuversicht und guter Vorbereitung den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat.

 

Frau Mandrysch, erzählen Sie uns doch zunächst etwas zu sich selbst und zu ihren bisherigen beruflichen Erfahrungen.

 

Ein eigenes Reisebüro zu eröffnen, war schon lange mein Wunsch. Ich habe schon seit meiner Kindheit ein ausgeprägtes Bedürfnis, die Welt zu erforschen und andere Kulturen kennenzulernen. Schon in der Schulzeit, insbesondere bei der Abiturvorbereitung, habe ich als Schwerpunkte Geografie, Fremdsprachen und auch Mathematik gewählt. Nach meinem BWL-Studium habe ich ein Jobangebot als Reiseverkehrskauffrau und später als Reiseleiterin in einer TUI Deutschland Agentur und African Safari Club Agentur angenommen. Und seitdem bin ich der Touristikbranche treu geblieben. Seit 2004 habe ich in mehreren Reisebüros im Landkreis Coburg und Sonneberg gearbeitet. Dabei konnte ich mich in der Branche gut umschauen. Und für die neuen Erfahrungen bin ich meinen früheren Arbeitsgebern sehr dankbar.

 

Was hat Sie dazu bewogen, sich mit einem mobilen Reisebüro selbständig zu machen?

 

In den letzten eineinhalb Jahren hat weltweit der Begriff „Home-Office“ eine neue und wichtige Bedeutung bekommen.  Durch die Isolation wurden unsere beruflichen und privaten Aktivitäten über Internet und verschiedene Social-Media-Kanäle neu erstellt, reorganisiert und mit unterschiedlichem Erfolg geführt. Das hat auch die gesamte Touristikbranche und insbesondere die stationären Reisebüros getroffen. Durch die Kontaktbeschränkungen wurde der gesamte standörtliche Verkauf von Reisen gebremst. Aber die hohen Betriebskosten, wie z.B. Mieten sind geblieben. Das haben leider mehrere Reisebüros finanziell nicht überstanden. Ein großer Teil der Kurzarbeiter dieses Winters war in der Touristik beschäftigt. Das Jahr 2021 bringt uns allen Hoffnung. Die aktuelle Situation in Europa und die positive Entwicklung der Bekämpfung der Pandemie hat die Touristik-Branche zum Erwachen gebracht. Die Sehnsucht nach Urlaub und die Vorfreude steigt in der Bevölkerung enorm. Und die steigende Nachfrage nach Reiseangeboten macht sich in den letzten Monaten auch sehr bemerkbar. Deshalb bin ich auf die Idee gekommen, mein mobiles Reisebüro „Sunshine&More“ zu eröffnen.

 

Hatten Sie Unterstützung auf dem dem Weg in die Selbständigkeit?

Meine Familie stand von Anfang an hinter meinem Vorhaben und hat mich motiviert weiterzumachen. Besonders hervorzuheben ist die Hilfe der IHK zu Coburg, insbesondere von Frau Stammberger, die mich mit ihrem fachkundigen Wissen auf meinem Weg begleitet hat. Das vielfältige Angebot der IHK für Existenzgründer war außerdem eine große Hilfe.

 

 

Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

Als unabhängige und flexible Reiseberaterin kann ich online und mobil meine Kunden beraten, um verschiedene Reisen zu verkaufen. Es geht dann unkompliziert und schnell. Je nach Kundenwunsch (Treffpunkt und Uhrzeit) kann ich meine Angebote persönlich überbringen und eine Buchung vor Ort abschließen. Mein Angebot richtet sich an Privatpersonen in allen Altersgruppen. Die, die moderne Online -Techniken, social media benutzen und / oder persönlichen Beratung – Service brauchen. Durch Zugang zu zeitgemäßen Angebots- und Buchungsprogrammen kann ich gut preis- bzw. leistungsorientierte Offerten ausarbeiten und mehrere Zusatzleistungen, wie beispielsweise Versicherungen, Parkplätze, Eintrittskarten anbieten. Mein Beratungsangebot umfasst auch die Beschaffung von Informationen über Anreisebedingungen, Beschaffung von Visum etc. Alles, was sich der Kunde wünscht.

 

Meine Devise ist: Meine Arbeit ist erst beendet, wenn die Kunden zufrieden aus dem Urlaub zurückgekommen sind! Mit serviceorientierter Betreuung von Kunden soll sich auch mein mobiles Reisebüro „Sunshine&More“ von anderen lokalen Mitbewerbern unterscheiden, weil gute Bewertungen und Weiterempfehlungen einfach die beste Werbung sind.

 

Haben Sie Tipps für andere Gründer?

Nur eine „gute Geschäftsidee“ reicht nicht, um einen guten Start als Unternehmer zu haben. Es ist sehr wichtig, sich gut zu informieren, um die notwendigen Vorrausetzungen zu erfüllen. Wenn es nötig ist, sollte man sich auch dafür speziell weiterbilden. Einen detaillierten Businessplan, eine Marktanalyse und Marketingstrategie, sowie gute Steuerberater helfen dabei, viele Unternehmensrisiken zu vermeiden oder zu minimieren.

 

Wamperling - Eine Erlebnisbrauerei mit wildem Wirtshaus

Thomas Sommer betreibt seit 2021 mit dem Wamperling eine kleine Erlebnisbrauerei mit „wildem“ Wirtshaus und einer Pension in Meilschnitz. Neben selbstgebrautem Bier findet der Gast hier eine gemütliche Wirtshaus- und Biergartenatmosphäre sowie gepflegte Einzel- und Doppelzimmer. Regionalität spielt im gastronomischen Konzept eine große Rolle. Verarbeitet wird nur, was es saisonal auch gibt. Kulinarisch liegt der Fokus auf heimischem Wild. Kartenspieler, Stammtische, Musik im Wirtshaus und Gäste, welche nach der Arbeit „nur“ zu einem Feierabendbier kommen, all das ist ausdrücklich erwünscht. Damit möchte Thomas Sommer die traditionelle Wirtshauskultur neu beleben. Mit seiner Kulinarik und Getränkeauswahl interpretiert er diese aber auch bewusst modern und versucht so eine Symbiose zwischen Stadtbevölkerung und  Landleben zu schaffen.

  

Herr Sommer, Sie sind eigentlich gelernter Winzer und haben zunächst nur als Hobby gebraut. Wie kommt es, dass Sie heute als Brauer selbstständig sind?

 

Tatsächlich habe ich mit dem Brauen als Hobby in der Garage begonnen. Recht schnell richtete ich aber den Fokus bei dieser Leidenschaft in Richtung Nebenerwerb aus. Meine erste kleine Anlage war dann als Prototyp auf einem Anhänger verbaut. Dadurch konnte ich mobil da brauen, wo ich wollte. So starteten die ersten Versuche und mein Bier schmeckte den Konsumenten. Zu dieser Zeit war ich als Vertriebsleiter für ein Weingut tätig. Doch diese Arbeit erfüllte mich nicht und so reifte die Entscheidung, dass aus dem Nebenerwerb mein neuer Beruf werden sollte.

 

Muss man keine Berufsausbildung machen, um Brauer zu werden?

 

Ich bin der Meinung, dass man sich mit dem notwendigen Enthusiasmus alles selbst aneignen kann. Gerade die CraftBeer-Bewegung zeigt, dass man auch als ungelernter Brauer in dieser Branche erfolgreich sein kann. Nichtsdestotrotz wäre eine Ausbildung sicherlich hilfreich gewesen. Eine Pflicht hierzu gibt es aber nicht, da es sich um ein zulassungsfreies Handwerk handelt. Allerdings gelten auch für den ungelernten Brauer die gleichen Regeln wie für den gelernten Brauer. Lebensmittelrecht, Steuerrecht, Hygiene – um nur ein paar Schlagworte zu nennen. Es gibt vermutlich keine Lebensmittelproduktion, welche so reglementiert ist und strenger kontrolliert wird als die Bierherstellung. Höchstens noch die Käseherstellung. Hier kam mir aber mein Önologie Studium zu Gute. Destillations- und Brautechnik, Drucktanks, Pumpen - vieles kannte ich. Letztendlich ist die Technik die gleiche, nur das Lebensmittel ist ein anderes.  

Sie sind gebürtig aus Aschaffenburg und waren zuletzt in Hessen tätig. Jetzt haben Sie ein Gasthaus mit Pension im Landkreis Coburg, genauer im Neustadter Ortsteil Meilschnitz. Wie kam es dazu?

 

Ganz einfach (lacht)! Ich wollte zurück nach Bayern und ich wollte aufs Land! Unterm Strich gefällt mir hier einfach alles ein bisschen besser. Nachdem der Entschluss feststand, mich selbstständig zu machen, ging es in erster Linie „nur“ um die richtige Immobilie! Ich hatte meine Ideen und mein Konzept im Kopf und brauchte einen Ort, um diese zu verwirklichen. Dabei spielen vor allem Gemütlichkeit und Gastlichkeit eine entscheidende Rolle und das gibt es in dieser Art in Hessen nicht. Außerdem waren auch meine Bierstile bereits von Anfang an bayrisch ausgerichtet. An einem Freitag habe ich dann das Gasthaus in einem Immobilienportal entdeckt, am Montag darauf waren wir zum Anschauen hier und am Dienstag habe ich direkt zugesagt. 

 

 

Wie genau lief die Gründung ab? Was waren die einzelnen Schritte?

 

Der eigentliche Startschuss war der Kauf der Immobilie. Allerdings hatte ich bereits vor dem Notartermin schon Kontakt mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Neustadt aufgenommen. Ich wollte sichergehen, dass ich an dem Standort auch eine Brauerei eröffnen durfte. Hier erhielt ich übrigens durch Frau Franz eine sehr gute Unterstützung. Sie knüpfte für mich Kontakte in die verschiedenen Ämter und begleitet mich auch jetzt noch in der Nachgründungsphase. Nach dem Kauf mussten dann eine Nutzungsänderung und eine Gaststättenkonzession beantragt werden. Zuletzt erfolgte noch die Gewerbeanmeldung. Alles in allem ein längerer und aufwändiger Prozess bis alles fertig war.

 

Welchen Anteil hat die Familie bei so einer beruflichen Veränderung?

 

Der Partner muss ebenfalls bereit für diesen Schritt sein, denn eine moralische Unterstützung ist unabdingbar. Vieles kommt anders als man denkt und da können durchaus Entwicklungen auf einen zukommen, welche einen bis kurz vor den (beruflichen) Abgrund treiben. Dies spürt ein Partner natürlich als erster und man braucht dann jemanden, welcher kompromisslos bereit ist, einen aufzufangen. Nach meiner Philosophie darf die Familie aber nicht fester Bestandteil des Betriebs sein. Natürlich ist eine helfende Hand gerne mal gesehen. Eine Gastronomie muss aber auch wirtschaftlich funktionieren, ohne dass die ganze Familie unentgeltlich mitarbeitet. 

 

 

Würden Sie wieder gründen und falls ja, würden Sie etwas anders machen?

 

Ich habe nun erst seit ein paar Wochen geöffnet, aber die bisherige Resonanz der Gäste ist sehr positiv. Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich auf jeden Fall wieder gründen und ja, ich würde auch einiges anders machen. Allerdings nichts Grundlegendes. Die meisten Änderungen würden vor allem mit der besonderen Corona-Problematik zusammenhängen. Was für mich bei einer erneuten Gründung allerdings anders wäre, sind das Netzwerk und die Kontakte, welche ich heute habe. Als meine Familie und ich nach Neustadt kamen, kannten wir ja niemanden. Angefangen bei potentiellen Partnern und Lieferanten für das Gasthaus bis hin zu Handwerkern und Firmen für den Um- und Ausbau. Ein Start in einer Region, welche man kennt, wäre definitiv einfacher.

Was ist der Unterschied zwischen Angestelltenverhältnis und Unternehmertum?

 

Als Angestellter kann man vermutlich entspannter leben. Feierabend ist für einen Selbstständigen eher schwierig (lacht), vor allem in der Anfangsphase. Jedoch ist es in einem Angestelltenverhältnis häufig unmöglich seine Träume zu verwirklichen oder gar sein Hobby zum Beruf zu machen. Für das, was ich machen wollte, kam eine Anstellung deshalb nicht in Frage und ich bin vermutlich auch gar nicht als Arbeitnehmer geeignet, da ich einfach sehr kreativ bin und meinen eigenen Kopf habe. Für mich wird nun die besondere Herausforderung sein, Verantwortung auch wieder abzugeben. Ich habe einen hohen Service- und Qualitätsanspruch und diesem möchte ich auch gerecht werden. Ich muss jedoch lernen, dass man einfach nicht alles selbst machen kann. Deshalb braucht man ein Team (ein angestelltes - nicht die Familie!), welches das Konzept selbst lebt und einen Unternehmer, welcher als Gastgeber auch das große Ganze im Blick hat! 

 

Den Traum vom eigenen Biergarten oder vielleicht sogar auch vom eigenen Bier haben bestimmt viele? Was würden Sie ihnen raten?

 

Als generellen Tipp: Nachdem ihr eine Idee hattet, macht einen Plan! Schreibt euch alles auf! Denkt nicht zu kurzfristig! Mein Businessplan ist bereits auf 15 Jahre ausgelegt. Mit dem nötigen Willen und Durchhaltevermögen kann jeder alles erreichen, aber auf dem Weg zum Erfolg wird es viele Stolpersteine geben. Davon darf man sich nicht abbringen lassen. Ob ich selbst dauerhaft Erfolg habe und mein Konzept aufgeht, wird sich natürlich erst noch zeigen. Außerdem empfehle ich, dass man mit anderen Unternehmern spricht und deren Wissen und Erfahrungen aufsaugt. Gerade im Bereich der Gastronomie kann man bei jedem Gespräch etwas lernen. Zum Schluss pickt man sich aus allen Eindrücken die Rosinen raus und schnürt sich dann sein eigenes Päckchen.

 

Chiropraktik und Heilpraktik - Eine neue Praxisgemeinschaft in Neuses

Miriam Jahreiß und Sabine Hemmerich haben sich in ihrer gemeinsamen Ausbildung zu anerkannten Heilpraktikerinnen kennengelernt und den Entschluss gefasst in einer Praxisgemeinschaft für Chiropraktik und Heilpraktik ein neues medizinisches Gesamtpaket zu schaffen. Von der ersten Beratung im Frühjahr konnten somit alle Schritte gegangen werden. Die Praxis wurde im August 2021 erfolgreich in Neuses eröffnet.  

 

Im Interview berichten die beiden Gründerinnen von ihren Erfahrungen. 

Frau Jahreiß und Frau Hemmerich, wann haben Sie Ihre Praxis gegründet und worin lag hierfür Ihre Hauptmotivation?

 

In erster Linie ist unsere Hauptmotivation, vielen Menschen einen gesünderen Lebensstil näherzubringen. In Gedanken haben wir uns schon während unserer gemeinsamen Heilpraktikerausbildung damit beschäftigt, eine gemeinsame Praxis zu gründen.

 

Die Veränderungen in der Anwendung der Schulmedizin während der über 25-jährigen Tätigkeit als medizinische Fachangestellte bewegten Sabine Hemmerich dazu, die Leidenschaft zur Pflanzenheilkunde mit den Kenntnissen aus der traditionellen Medizin zu vereinen.

 

Für Miriam Jahreiß war ihr fünfjähriges Studium an der Dresden International University, welches sie als Master of Sciences in Chiropraktik abschloss, Startpunkt der Reise. Während dieser Zeit erlangte ich vielfältige sanfte und gezielte chiropraktische Techniken. Dies erlaubt mir Patienten auf verschiedenen Wegen zu helfen.

 

Diese zwei komplett unterschiedlichen beruflichen Richtungen mit dem gleichen Ziel, geben uns die Möglichkeiten der sanften Behandlung für Säuglinge bis Personen im hohen Lebensalter.

 

Somit entschlossen wir uns für eine Gründung von jeweils eigenständigen Praxen in einem gemeinsamen Gebäude. Seit August diesen Jahres konnten wir unsere Pläne in die Tat umsetzen und die Praxis eröffnen. 

 

Wie verlief der Start und vor allem die zurückliegende Gründungsphase für Sie?

 

Die behördlichen Vorgaben zur Gründung einer Praxis sind sehr hoch. Außerdem müssen wir den Hygienevorschriften, dem Datenschutz, den Vorgaben der Abrechnungskreise sowie den versicherungstechnischen Fragen gerecht werden.

 

Nicht unterschätzen darf man die Business- und Finanzierungspläne. Die Aufstellung der Planung kostet unheimlich viel Zeit und Genauigkeit. Dafür bekommt man als Ergebnis ein wichtiges Controlling Element.

 

Da wir mitten in der Corona Pandemie mit der Gründung begonnen hatten, zogen sich manche Prozesse außergewöhnlich lange hin. Viele Geschäfte und Dienstleister waren nur eingeschränkt erreichbar oder geschlossen. Positiv war dabei dennoch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Handwerksfirmen, die uns stets und ständig mit kreativen Lösungsfindungen zur Seite standen.

 

Sodass wir letztendlich vor einigen Wochen starten konnten!

  

 

Worauf liegt in Ihrer Praxis der Fokus und was macht Sie damit „einmalig“?

 

Einmalig ist in Coburg unsere Kombination aus Naturheilkunde und Chiropraktik. Wir decken somit ein ganzheitliches Behandlungsspektrum unter einem Dach ab. Als erste weibliche studierte Chiropraktorin in Coburg mit einer eigenen Praxis möchte ich vielen Frauen den Einstieg in die chiropraktische Behandlung erleichtern.

 

Dabei finden wir für unsere Patienten Lösungen aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde, Mikronährstofftherapie mit einem dazugehörigen Labor, Neuraltherapie sowie Blutegeltherapie für akute oder chronische Beschwerden finden. Präventive Maßnahmen gehören ebenso zu unserem Spektrum.

 

Da unsere Patienten mit Beschwerden zu uns kommen, haben wir bei der Standortwahl auch besonders auf eine leichte Erreichbarkeit geachtet, also Erdgeschoss, Patientenparkplätze und nur drei Minuten zum Stadtbus Linie 1. Beschwerden zu lindern sollte nicht beschwerlich beginnen.

 

Was sind die kommenden Meilensteine und Aufgaben?

 

Zunächst müssen Patienten gewonnen werden, am besten über Empfehlungen von bereits behandelten Patienten. Es werden aber in Kürze zusätzlich Vorträge über einfache tägliche Dinge bezüglich Ernährung und Bewegung kostenfrei als Informationsveranstaltung durchgeführt. Hierfür können wir unseren eigenen Praxis-Wintergarten nutzen. Im Oktober stehen schon weitere Fortbildungen an, soweit es die aktuelle Situation zulässt.

 

Angestelltenverhältnis und Unternehmertum. Sie kennen beides! Was sind die Unterschiede?

 

Unser Antrieb in der Selbstständigkeit ist die Leidenschaft, bei dem was wir tun. Jeder Patient benötigt unterschiedliche Anwendungen und Therapien. Die Freiheit, dem Patienten das anzubieten und die Zeit zu geben, die er benötigt, um sein Gemeinwohl wieder zu erlangen, ist für uns ein unglaubliches Geschenk.

 

Das Tätigkeitsspektrum ist spannend und vielfältig. Wir benötigen Kenntnisse sowohl im medizinischen aber im kaufmännischen Bereich oder in rechtlichen Fragestellungen. Die Arbeitstage sind dadurch lang und manchmal sehr anstrengend. Dennoch haben wir als Praxisinhaberinnen die Möglichkeit, unseren Alltag frei zu gestalten.

 

Was war die bisher größte Herausforderung? Wie konnten Sie diese meistern?

 

Die Ausbildung erfolgreich abzuschließen, um letztlich die Praxis eröffnen zu können, war eine erste große Hürde. Da die Zahl der Absolventen mit erfolgreichen Abschlüsse doch relativ gering war, zeigt es die Komplexität des Themas.

 

Die zweite große Herausforderung hat uns total überrascht: „Geeignete Praxisräume finden!“ Monatelang haben wir versucht, Räumlichkeiten in Coburg und dem Umland zu finden, die den Anforderungen einer Praxis gerecht werden. Auch mit viel Phantasie konnten wir uns bei den meisten Räumlichkeiten keinen Praxisalltag vorstellen. Aber Aufgeben war nicht unsere Devise und genau diesen Punkt möchten wir jeder Gründerin und jedem Gründer ans Herz legen.

 

Wir durchforsteten weiter und weiter alle möglichen Immobilienportale und Makler. Endlich hatten wir Erfolg und konnten Räume in Neuses anmieten. Einen besonderen Bonus stellen die Parkplätze direkt am Haus sowie die Bus- und Bahnanbindung wenige Gehminuten von unserer Praxis entfernt dar. Es hat sich somit ausgezahlt nicht zu verzagen und immer weiter am Ball zu bleiben, um den idealen Standort zu finden.

 

Würden Sie heute bei einer erneuten Gründung etwas anders machen?

 

Wir haben uns zunächst nur auf den erfolgreichen Berufsabschluss konzentriert. Um Zeit zu sparen, wäre es von Vorteil gewesen sich parallel schon mit den Gründungsthemen zu beschäftigen wie z.B. sich die grundlegenden Informationen zu besorgen. Man unterschätzt den Aufwand leicht. Da unsere Vorbereitungszeit ziemlich genau zehn Monaten dauerte.

 

Dennoch war es aus der jetzigen Sicht der richtige Weg und die richtige Entscheidung.

 

Was braucht ein erfolgreicher Gründer und was würden Sie anderen empfehlen?

 

Viel Geduld, ultrastarke Nerven und Willensstärke. Außerdem sollte ein Gründer mutig sein, seine Vision leben und seine Schritte gehen. Dabei ist empfehlenswert, sich an den richtigen Wegweisern in Form von Personen oder Beratungsstellen zu orientieren. Diese fanden wir gebündelt im Gründungsnetzwerk Coburg wieder. Das Angebot hierzu ist vielfältig und muss nur aktiviert werden. Dazu noch eine Prise positive Energie zum Durchhalten durch das private Umfeld. Deshalb ist es sinnvoll, diese Personen mit einzubeziehen und der Gründung steht nichts mehr im Wege.

 

J.M.P. Fenster in Ahorn

J.M.P. Fenster ist ein noch recht junges Unternehmen. Als Fachbetrieb übernimmt J.M.P. alle Arbeiten rund um Fenster, Türen und Sonnenschutz sowohl für gewerbliche als auch für private Bauherren. Darüber hinaus verfügt das Team über umfangreiche Kompetenzen in weiteren Gewerken des Innenausbaus wie zum Beispiel im Trockenbau, bei Boden- oder Fliesenarbeiten. Als Sitz hat die Firma einen ehemaligen Einkaufsmarkt in der Ortsmitte von Ahorn gewählt. 

 

Im Interview berichtet die Mitgründerin Monika Galuba-Hoja von ihrem Start in die Selbstständigkeit.

 

Frau Galuba-Hoja, wann haben Sie J.M.P. Fenster gegründet und wie kam es dazu?
Bis 2018 war ich noch für ein anderes Unternehmen in dieser Branche als kaufmännische Mitarbeiterin tätig. Der Markt war groß und potentielle Kunden gab es viele. Ich hatte eine Vision von dem, was ich anders machen wollte als mein damaliger Arbeitgeber. So wagte ich, zusammen mit meinem Bruder, den Schritt in die Selbstständigkeit.

 

Sie stammen selbst also aus dem kaufmännischen Bereich. Woher kommt da die Motivation ein Handwerksunternehmen zu führen?
Wie schon gesagt, ich kannte dieses spezielle Business. Darauf wollte ich aufbauen. Ich liebe den Umgang mit Kunden und bin eine gute Verkäuferin. Meine Motivation ist es, nach einem erledigten Auftrag zufriedene und glückliche Kunden zu haben, welche uns weiterempfehlen. Ich freue mich, wenn wir unsere Auftraggeber mit Leistung überzeugen können und diese im Idealfall nach einigen Jahren mit einer neuen Anfrage wieder zu uns kommen.


Wie lief der Start?
Wir fingen ja buchstäblich bei null an. Zunächst gab es kein Auto, wir hatten noch kein Werkzeug und auch die Immobiliensuche gestaltete sich schwierig. Zwischenzeitlich sind wir schon mehrmals umgezogen. Jetzt bin ich mir aber sicher, dass wir das perfekte Objekt gefunden haben. An unserem neuen Standort in Ahorn ergeben sich gleich mehrere Synergien und wir haben ausreichend Platz und Parkplätze für unsere Kunden. In Kürze werden wir hier auch einen Showroom einrichten.


Was unterscheidet Ihr Unternehmen von der Konkurrenz?
Gerade im Bereich Fenster bieten wir ein breites Spektrum an. Ob Premium Produkt oder Produkt mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis, bei uns findet jeder das für sich passende. Neben der großen Auswahl ist aber vor allem das umfangreiche Leistungsangebot unser Aushängeschild. Unsere Kunden schätzen es, dass wir viele verschiedene Gewerke übernehmen können und sie so nicht mehrere Firmen beauftragen müssen.

 
Wie sieht es denn aktuell mit qualifiziertem Personal aus?
Das Handwerker-Team besteht derzeit aus sechs sehr guten Monteuren. Ob Trocken- und Fensterbau, Putz, Bodenbeläge oder allgemeine Renovierungsarbeiten, in allen Bereichen kann ich auf eine motivierte und kompetente Mannschaft zählen. Aber es hat fast ein Jahr gedauert bis wir komplett waren. Doch jetzt sind wir gut aufgestellt, wie uns auch die Rückmeldungen unserer Kunden zeigen.

 
Angestelltenverhältnis und Unternehmertum. Sie kennen beides! Was sind die Unterschiede?  
Als Unternehmerin habe ich wenig Zeit, denke häufig an die Arbeit und frage mich laufend, ob meine Planungen passen. Das klingt jetzt allerdings viel zu negativ (lacht). Die positiven Seiten überwiegen für mich deutlich. Ich bin meine eigene Chefin und frei in der Gestaltung meiner Prozesse, meiner Arbeitszeit und vor allem auch frei in der Umsetzung von meiner Vorstellung von Service- und Kundenorientierung. Als Mutter von drei Kindern schätze ich diese Freiheit sehr, denn so kann ich täglich mehrmals zwischen Beruf und Familie wechseln. Der Übergang ist oftmals fließend. 


Was waren bisher die spannendsten Aufträge?
In jedem Fall die Überregionalen. Wir haben schon Fenster in Köln, Leipzig und sogar in der Schweiz montieren dürfen. Aber man trifft überall immer wieder auf viele tolle, freundliche und korrekte Menschen. Für mich ist deshalb eigentlich jeder Auftrag schön und spannend.

 
Würden Sie heute bei einer erneuten Gründung etwas anders machen?
Im Nachhinein ist man immer schlauer und ich habe sicher an der einen oder anderen Stelle Lehrgeld bezahlt. Ich verbuche das unter „Erfahrung gesammelt“. Unterm Strich würde ich aber alles wieder genauso machen. Für mich war der Weg in die Selbstständigkeit die beste Entscheidung, welche ich treffen konnte. Ich habe diesen Schritt kein bisschen bereut.


Was braucht ein erfolgreicher Gründer und was würden Sie anderen empfehlen?
Ein Gründer braucht Geduld, starke Nerven und einen eisernen Willen! In der Anfangszeit meines Unternehmens war ich überrascht zu erfahren, wie viele Beratungsstellen es für Gründer gibt. Deshalb ist meine Empfehlung: Nutzt diese und lasst euch beraten. Holt euch ehrliche Meinungen ein und nehmt Unterstützungsangebote an. Ich würde mir zudem wünschen, dass es noch mehr Unternehmer gibt, welche ihre Erfahrungen weitergeben. Auch wenn es wichtig ist seine eigenen Erfahrungen zu sammeln, so muss man dennoch nicht die Fehler noch einmal machen, welche andere bereits gemacht haben.